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Altenwohnhaus Sankt Josef

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Jutta Glaser

Jutta Glaser, Leitung Sozialer Dienst
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Selm, 30. Dezember 2011  

Abschied nach 18 Jahren
v.l.: Frau Schöler (Hauswrtischaftsleitung), Frau Rogge und Frau Glaser (sozialer Dienst)

Nach 18 Jahren geht die kleine Frau mit dem großen Herzen für die Anliegen aller Bewohner und Mitarbeiter in den wohlverdienten Ruhestand.
„Ich kann nicht mehr. Ich bin gerne hier und kann mir eine Zeit ohne euch nicht vorstellen, aber ich kann nicht mehr“. Putzen ist Schwerstarbeit. Tag für Tag mit schweren Eimern, großen Wischern und noch größeren Putzwagen die eigenen und häufig auch noch fremde Reviere zu bewältigen, hat Spuren hinterlassen. „Dazu kommt noch meine Größe, ich muss häufig über Kopf arbeiten“.
Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Leitung und MAV des Hauses wurde Frau Rogge verabschiedet. Dass ihr der Abschied nicht leicht fiel, merkte man schon daran, das zunächst kein Wort über ihre Lippen kam und die Tränen in den Augen langsam sichtbar wurden. Erst im Verlauf des Frühstücks lockerte sich die Stimmung und es wurde in Erinnerung geschwelgt. Erinnerungen über Bewohner, die schon lange verstorben sind, über Mitarbeiter, die schon berentet sind oder das Haus verlassen haben. Ein besonderes Thema war der Umbau und Neubau Ende des vergangenen Jahrhunderts. Mit jeder Anekdote war spürbar: diese Frau mag die Menschen denen Sie Tag für Tag im Altenwohnhaus begegnet.
Morgens um 5:00 Uhr, lange bevor für die Bewohner im Haus der Taganfängt, beginnt ihr Arbeitstag. Dann werden die Putzwagen gerüstet und für den Einsatz bestückt. Als erstes sind die Gemeinschaftsräume und die Flurbereiche, fernab der Bewohnerzimmer zu reinigen. Der Eingangsbereich und damit der erste Eindruck für Besucher des Hauses, liegen ihr dabei besonders am Herzen. Danach werden Funktions- und Verwaltungsräume in festgelegtem Rhythmus gereinigt.
Wenn dann in den Wohnbereichen die Pflege und das Frühstück der Bewohner beendet ist, werden dort Bewohnerzimmer und Funktionsräume gereinigt. Sondereinigungen nach überstandenen Infektionen und vor Neueinzügen gehören ebenso zum Aufgabenbereich. Dabei wird sie natürlich von mehreren Kollegen unterstützt.
Auch wenn die Unterhaltsreinigung nicht in der Regie des Altenwohnhauses stattfindet, sondern von einem Dienstleistungsunternehmen verantwortet wird, hat sich Frau Rogge immer als dem Haus zugehörig empfunden.
„Das ist mein Haus, hier arbeite ich gerne, hier kenne ich jeden und jeder kennt mich. So ist das gut und ich gehe stolz von meiner Arbeit weg, weil ich weiß, das Haus ist sauber und ordentlich.“
Wer Frau Rogge bei diesen Worten gesehen hat, hat gemerkt das meint sie wie sie es sagt und eigentlich würde sie lieber im Haus weiterarbeiten.
Jeder in dieser Frühstücksrunde wünscht ihr einen langen und gesunden Ruhestand und hat die Hoffnung, dass man Frau Rogge auch nach dem 01. Januar noch häufig im Haus sieht.


Frau Rogge hält eine Orchidee im Übertopf in der Hand.

Von Ulrich Kuhlmann

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