Altenwohnhaus Sankt Josef
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Abschied nach 18 Jahren

Nach 18 Jahren geht die kleine Frau mit dem großen Herzen für die Anliegen aller Bewohner und Mitarbeiter in den wohlverdienten
Ruhestand.
„Ich kann nicht mehr. Ich bin gerne hier und kann mir eine Zeit ohne euch nicht vorstellen, aber ich kann nicht mehr“. Putzen
ist Schwerstarbeit. Tag für Tag mit schweren Eimern, großen Wischern und noch größeren Putzwagen die eigenen und häufig auch
noch fremde Reviere zu bewältigen, hat Spuren hinterlassen. „Dazu kommt noch meine Größe, ich muss häufig über Kopf arbeiten“.
Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Leitung und MAV des Hauses wurde Frau Rogge verabschiedet. Dass ihr der Abschied nicht
leicht fiel, merkte man schon daran, das zunächst kein Wort über ihre Lippen kam und die Tränen in den Augen langsam sichtbar
wurden. Erst im Verlauf des Frühstücks lockerte sich die Stimmung und es wurde in Erinnerung geschwelgt. Erinnerungen über
Bewohner, die schon lange verstorben sind, über Mitarbeiter, die schon berentet sind oder das Haus verlassen haben. Ein besonderes
Thema war der Umbau und Neubau Ende des vergangenen Jahrhunderts. Mit jeder Anekdote war spürbar: diese Frau mag die Menschen
denen Sie Tag für Tag im Altenwohnhaus begegnet.
Morgens um 5:00 Uhr, lange bevor für die Bewohner im Haus der Taganfängt, beginnt ihr Arbeitstag. Dann werden die Putzwagen
gerüstet und für den Einsatz bestückt. Als erstes sind die Gemeinschaftsräume und die Flurbereiche, fernab der Bewohnerzimmer
zu reinigen. Der Eingangsbereich und damit der erste Eindruck für Besucher des Hauses, liegen ihr dabei besonders am Herzen.
Danach werden Funktions- und Verwaltungsräume in festgelegtem Rhythmus gereinigt.
Wenn dann in den Wohnbereichen die Pflege und das Frühstück der Bewohner beendet ist, werden dort Bewohnerzimmer und Funktionsräume
gereinigt. Sondereinigungen nach überstandenen Infektionen und vor Neueinzügen gehören ebenso zum Aufgabenbereich. Dabei wird
sie natürlich von mehreren Kollegen unterstützt.
Auch wenn die Unterhaltsreinigung nicht in der Regie des Altenwohnhauses stattfindet, sondern von einem Dienstleistungsunternehmen
verantwortet wird, hat sich Frau Rogge immer als dem Haus zugehörig empfunden.
„Das ist mein Haus, hier arbeite ich gerne, hier kenne ich jeden und jeder kennt mich. So ist das gut und ich gehe stolz von
meiner Arbeit weg, weil ich weiß, das Haus ist sauber und ordentlich.“
Wer Frau Rogge bei diesen Worten gesehen hat, hat gemerkt das meint sie wie sie es sagt und eigentlich würde sie lieber im
Haus weiterarbeiten.
Jeder in dieser Frühstücksrunde wünscht ihr einen langen und gesunden Ruhestand und hat die Hoffnung, dass man Frau Rogge
auch nach dem 01. Januar noch häufig im Haus sieht.

Von Ulrich Kuhlmann
