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„ Herrgott hat geholfen“
Anton Merten feierte munter seinen 100. Geburtstag

NORDLÜNEN. „ Nie hätte ich gedacht, dass ich dieses Alter erlebe. Ich glaube, da hat der Herrgott mitgeholfen.“ Anton Merten
hebt sein Glas. Freunde und Familienmitglieder trinken auf das Wohl des Hundertjährigen.
In Brambauer wurde er am 17. August 1911 geboren, als Sohn des Schuhmachermeisters Anton Merten senior. „Das Schuhmacherhandwerk
hab ich bei meinen Vater gelernt. So richtig gefallen hat es mir aber nicht“, berichtet der Jubilar schmunzelnd. Im zweiten
Weltkrieg war Anton Merten (Foto) Leutnant. Auch in Leningrad war er stationiert. „Ich habe gebetet, dass Gott mich hier rausholen
möge.“ Seine Gebete wurden erhört: Vier Wochen später zog man ihn nach Frankreich ab. Dort geriet Anton Merten in Kriegsgefangenschaft.
„11 000 Offiziere waren in dem Lager.“ Seine Frau Paula und die beiden Kinder Gisela und Dieter waren währenddessen aus Lünen
nach Pommern evakuiert worden. „Ich habe Heimweh nach meiner Familie gehabt“, erinnert er sich. Anton Merten ist ein Mann
der Tat: „Mit zwei Kollegen bin ich stiften gegangen. Einer war aus Eving, einer aus Castrop-Rauxel“, erzählt er. Drei Wochen
lang habe man sich durch Frankreich geschlagen. Dabei ernährten sich die Flüchtigen von Keksen und Schokolade, die sie zuvor
gehortet hatten. Dann war es soweit: „Weihnachten 1945 haben wir uns endlich wieder gesehen.“ Im Jahr 1948 folgte dann noch
Töchterchen Christa.
Zurück in Lünen, arbeitete Anton Merten für acht Jahre als Bergmann auf der Zeche Victoria. „Nach dem Krieg hatten wir nichts
mehr. Aber mit den Tiefen bin ich fertig geworden. Einfach weil ich musste“, stellt er heute trocken fest. Von 1958 bis 1974
war Anton Merten dann bei den Lüner Stadtwerken beschäftigt. „Alles was ich getan habe, habe ich immer für meine Familie getan“,
erzählt er. Mittlerweile bereichern vier Enkel und fünf Urenkel die Familie. „ Es geht mir gut“ Sie alle kamen gestern in
die Räumlichkeiten des begleiteten Wohnens der Caritas im Brusenkamp II, wo Anton Merten seit zwei Jahren lebt. Dort gratulierte
auch der stellvertretende Bürgermeister Michael Haustein und überreichte Blumen sowie Urkunden der Stadt und des Kreises.
„Ich fühle mich hier sehr wohl, es geht mir gut“, erklärt der Jubilar. Dann scherzt er: „Die Zweihundert schaffe ich aber
bestimmt nicht mehr.“
„ Alles, was ich getan habe, habe ich immer für meine Familie getan.“

Anton Merten
Quelle: Ruhr-Nachrichten
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