
Rolf Leimann, Bereichsleiter Gemeindecaritas/ weitere soziale Hilfen
Graf-Adolf-Straße 25
44534 Lünen
Tel: 02306 7004-12
Fax: 02306 7004-40
E-Mail: leimann@caritas-luenen.de
Das Interview:
„ Mit Funkfinger kann man auch duschen“
Caritas-Mitarbeiter erklärt den Hausnotruf

LÜNEN. Seit vielen Jahren gibt es den Hausnotrufdienst beim Lüner Caritasverband. Über den Service sprach RN-Redakteurin Beate
Rottgardt mit Rolf Leimann (Foto unten), Bereichsleiter des Verbandes.
Wann entstand der Hausnotrufdienst? Die Idee kaum aus Wilhelmshaven. In NRW war der Caritasverband Mönchengladbach Vorreiter.
Wir waren die Zweiten im Land. Der damalige Geschäftsführer Hans Krämer und der damalige Leiter des Altenzentrums St. Norbert
Klaus Thiesen haben sich sehr dafür eingesetzt.
Die Technik hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Auf jeden Fall. Die Geräte waren viel größer als heute und man musste
bei jedem Gerät einen Antrag bei der Post stellen.
Wie ist heute der Ablauf, wenn sich jemand für den Service interessiert?
Man meldet sich bei der Zentrale im Altenzentrum St. Norbert, dann müssen der Kollege im Außendienst, der das Gerät aufschaltet,
und der Kunde einen Termin vereinbaren. Wenn es sein muss, kommen wir auch Samstagmittag raus. Beispielsweise, wenn ein Kunde
aus dem Krankenhaus entlassen wird, allein zuhause ist und den Hausnotruf braucht. Oft regen Angehörige den Hausnotruf an.
Wenn die Betroffenen es nicht wollen, nutzt es nichts. Dann liegt der Funkfinger in der Schublade, statt im Notfall sofort
zur Hand zu sein. Wir bieten immer an, die Geräte daheim zu erläutern und auszuprobieren. Wenn man dann den Hausnotruf nicht
will, muss man nichts für fürs Ausprobieren bezahlen. Was passiert, wenn die Nutzer aus Versehen die Notruftaste auslösen?
Wir sagen immer, drücken Sie lieber einmal zu viel als zu wenig – auch um sicherer beim Umgang mit den Gerät zu werden. Wie
sollte man den Funkfinger tragen? Die älteren Geräte trug man um den Hals, die neueren kann man wie eine Armbanduhr tragen.
Bei der Aufschaltung zeigen die Kollegen alle Möglichkeiten und testen sie auch. Wichtig ist – der Funkfinger ist wasserdicht,
damit kann man auch duschen. er wird von der Zentrale zunächst alarmiert, wenn ein Notruf eintrifft? Die vom Nutzer genannten
Bezugspersonen, die in der Nähe des Nutzers wohnen und idealerweise auch einen Wohnungsschlüssel haben sollten. Oder aber
der Rettungsdienst und der Notarzt. Das Gerät ist ans Telefon angeschlossen und braucht Strom.
Ja, und es meldet auch der Zentrale einen Stromausfall. Für diesen Fall beinhaltet es einen Akku. Und die Batterie im Funkfinger
meldet sich auch rechtzeitig, wenn sie langsam leerer wird. Dann kann man aber noch 1000 mal drücken und hat so Zeit für
den Batteriewechsel.

Kosten und Nutzer
› Im Monat kostet die Nutzung des Hausnotrufes 17,90 Euro.
Einmalig wird eine Aufschaltgebühr von 10,23 Euro fällig. Gekündigt werden kann der Hausnotruf vier Wochen zum Monatsende.
Meistens wird nur gekündigt, wenn der Nutzer ins Heim zieht oder verstirbt. Dann gilt die Kündigung ab dem Monat, in dem er
umzieht bzw. der Nutzer verstorben ist.
› Derzeit nutzen insgesamt 835 Teilnehmer den Hausnotruf des Caritasverbandes Lünen, darunter auch Menschen in Ahlen oder
Unna. Im Bereich Lünen, Selm und Werne sind es 315 Teilnehmer. Auch einige aus Datteln und Waltrop.
› Wer sich für den Hausnotruf interessiert, kann sich an die Zentrale im Altenzentrum St. Norbert wenden, Tel. (0 23 06) 7
00 80.

Quelle: Ruhr-Nachrichten
