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Vera Ketteler, Altenhilfemanagement

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Lünen, 1. April 2011  

Der richtige Griff

Rüdiger Willms leitet CaritasKurs für pflegende Angehörige

Pflegeberater Rüdiger Willms (l.) leitet den 50.Kurs für pflegende Angehörige, an dem auch Seniorenbeirats-Vorsitzende Eleonore Köth-Feige (3. v.r.) und Fachbereichsleiterin Vera Ketteler (r.) teilnahmen.
LÜNEN. Auf den richtigen Griff kommt es an. Wer ihn beherrscht, vermeidet als pflegender Angehöriger schmerzhafte Folgen – für den zu Pflegenden und für sich selbst. Das erfuhren jetzt die Teilnehmerinnen eines Kurses für pflegende Angehörige, den der Caritasverband in Kooperation mit einer Krankenkasse anbietet. Geleitet wird er von CaritasPflegeberater Rüdiger Wilms, der in Theorie und Praxis wichtige Tipps und Hilfestellungen gibt.
Im Gymnastikraum des Altenzentrums St. Norbert hatte er ein Pflegebett aufgebaut, denn an diesem Abend standen eben die richtigen Griffe auf dem Übungsprogramm. Auch Fachbereichsleiterin Vera Ketteler, beim Caritasverband für Sozialstation und Servicewohnanlagen zuständig, kam vorbei, um zu erfahren, was den Teilnehmerinnen wichtig ist.
Eine Dame will sich rechtzeitig vorbereiten, denn ihr Mann liegt im Krankenhaus, wird leider als Pflegefall entlassen werden: „Ich will ihm helfen und die richtigen Handgriffe kennen.“ Zwei Mitarbeiterinnen der CaritasSozialstation nutzen die Möglichkeit, den Kurs zu besuchen. Auch, um möglicherweise später den eigenen Eltern fachgerecht helfen zu können, falls diese pflegebedürftig werden.
Auffrischung. Der Mann einer anderen Teilnehmerin ist dies bereits: „Er ist blind, leicht dement und leidet an Parkinson. Als ich von dem Kursangebot in der Zeitung gelesen habe, hab ich mich entschlossen, mitzumachen, die wichtigen Handgriffe zu lernen“, so die pflegende Ehefrau. Für eine andere Teilnehmerin ist der Kurs Auffrischung und Vorbeugung zugleich. Eleonore Köth-Feige, Vorsitzende des Lüner Seniorenbeirats, entschied sich für die Teilnahme, „weil ich sehen wollte, wie es funktioniert. “Sie lerne „eine ganze Menge“, während sie dem Mann aus der Praxis über die Schulter schaue. „Ich finde es toll, dass solche Kurse von Wohlfahrtsverbänden angeboten werden. Schließlich steigt die Zahl der pflegenden Angehörigen, da ist es wichtig, dass sie Hilfestellung bekommen. Wilms startet mit einer Zeichnung, auf der verschiedene Positionen für ein Pflegebett zu sehen sind. „Bei bettlägerigen Patienten, die von zwei Pflegenden versorgt werden, sollte man auch am besten von beiden Seiten ans Bett kommen“, rät der Kursleiter. Bei halbseitigen Lähmungen wie nach einem Schlaganfall sollte man darauf achten, dass der Patient mit der gelähmten Seite zum Raum hin liegt, damit diese nicht unbewusst noch mehr vernachlässigt werde. Bei der Einrichtung eines Pflegezimmers, für das oft ein ehemaliges Kinderzimmer genutzt wird, sollte man an Sitzgelegenheiten für Besucher, einen Fernseher zur Unterhaltung oder Ablagemöglichkeiten am Bett denken. Gemütlich und praktisch solle der Raum eingerichtet werden. Dann geht es ans praktische Üben. Eine Teilnehmerin legt sich als „Testperson“ ins Pflegebett. Wilms demonstriert zuerst, wie man es nicht machen sollte. „Wenn man den Patienten auf einmal nach oben zieht, schmerzt ihn das und auch der Pflegende bekommt Rückenprobleme.“
Schonende Methode. Besser ist es, einzelne Körperteile nacheinander zu bewegen, das mag länger dauern, ist aber für beide Seiten schonender. Bei ganz schweren Patienten sollte ein Patientenlifter zum Einsatz kommen. Auch das Drehen und das Aufsitzen und in einen Stuhl Heben zeigt Wilms und dann wird reihum geübt, damit im Ernstfall die Griffe sitzen, der eigene Rücken und auch der zu Pflegende geschont wird.

Schon der 50. Kurs
› Der Caritasverband bietet regelmäßig Kurse für pflegende Angehörige
an. Der derzeit laufende ist bereits der 50. Kurs. Begonnen
wurde damit mit Einführung der Pflegeversicherung 1996.
› An zehn Abenden zeigt Pflegeberater Rüdiger Wilms den Teilnehmern
nicht nur hilfreiche Handgriffe. Auch Themen wie Pflegeversicherung
und Krankenbeobachtung spielen eine Rolle. Zudem wird
innerhalb des Kurses eine Fachfirma besucht, um Hilfsmittel kennen
zu lernen.
Eine Teilnehmerin hatte sich als "Versuchsobjekt" zur Verfügung gestellt, eine weitere übt das Drehen der "Patientin".


Jeder Griff in der Pflege kann mehrmals geübt werden.

Die Armbanduhr sollte man bei der Pflege abnehmen.

Pflegeberater Rüdiger Willms zeigt, wie man einen Patienten vom Bett in den Stuhl setzt.

Ruhr-Nachrichten im Internet:
Fotostrecke vom Pflegekurs
auf www.RuhrNachrichten.de/luenen

Quelle: Ruhr-Nachrichten

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