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Altenwohnhaus Sankt Josef

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Selm, 16. Februar 2011  

Selmern wurde nichts geschenkt

Ausstellungseröffnung im Altenwohnhaus St. Josef
Zur Ausstellungseröffnung begrüßte VHS Leiter Michael Reckers (r.) mit Jutta Glaser und Monika Schöler vom Altenwohnhaus St. Josef den Bürgermeister Mario Löhr.

 

Selm. Von harter Arbeit, Hungersnot aber auch Siedlungsbau und organisierten Freizeitbeschäftigungen erzählen die alten Fotos und Radierungen. Bis Ende März ist im Altenwohnhaus St. Josef die Aus-stellung zum Thema „Uns wurde nichts geschenkt“ zu sehen. Es handelt sich dabei um Fotos, Zeitungs-berichte und Exponate von und über die Zeche Hermann aus dem gleichnamigen Buch von Rita Weißenberg.  Zeitzeugen befragt. Dafür hatte die Autorin in den 1980er Jahren zusammen mit Augustin Upmann noch lebende Zeitzeugen befragt und konnte somit einen wichtigen Teil Selmer Geschichte in Erinnerung halten. VHSLeiter Michael Reckers gab einen geschichtlichen Überblick über diese Gründerzeit, die mit einer blühenden Konjunktur begann und mit einer hohen Arbeitslosenzahl endete.
Mit dem Bau der Zeche Hermann wurde 1906 begonnen, bereits 20 Jahre später wurde sie wieder geschlossen. Doch diese kurze Zeit gilt als „Epoche, die Selm am meisten geprägt hat“, so Reckers. Auswirkungen sind noch bis heute spürbar. So wären die Overberg und Lutherschule ohne Zeche nie entstanden. Auch St. Ludger und St. Josef würden im Stadtbild fehlen. Denn zu Beginn der Industrialisierung war Selm ein verschlafenes Nest mit rund 1500 Einwohnern, das vorwiegend von Landwirtschaft geprägt war. Plötzlich schnellte der Einwohnerpegel auf über 10 000 Einwohner herauf.
Eine entsprechende Infrastruktur musste also schnell geschaffen werden. Es entstanden die Hermannsiedlung und die Zechensiedlung in Selm Beifang mit mehr als 500 Häusern. Auch der Verwaltungsbau in Bork stammt aus dieser Zeit. Das alles geschah nicht ohne Zwischenfälle, denn die Lebensart der Alteingesessenen im Dorf und die der neu hinzugezogenen in Beifang waren sehr verschieden.
Schlechter Ruf. Nachdem die Zeche schloss, standen mehr als 3000 Menschen „auf der Straße“. Manche von ihnen versuchten, durch kriminelle Taten zu überleben. „Aus dieser Zeit stammt der schlechte Ruf Selms“, sagte Reckers. „Heute kämpfen wir gegen dieses Image.“ Wohnhausleiter Ulrich Kuhlmann und Bürgermeister Mario Löhr sind sich einig: „Für alle Bewohner, Gäste und Besucher des Altenwohnhauses stellt diese Ausstellung eine gute Gelegenheit dar, sich mit der Historie Selms zu befassen.“

Quelle: Ruhr-Nachrichten

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