Lünen/ Nordkirchen, 17. Dezember 2009  

Stiftungsprojekt mit doppeltem Nutzen

Behinderte Menschen bauen Experimentiermaterialien für wissenshungrige Grundschulkinder/ Förderung von Lichtblicke

Fasziniert davon, mit wie einfachen Mitteln physikalische
Zusammenhänge aufgezeigt werden können, waren bei der
Übergabe der Experimentierboxen (von rechts) Margret Banken-Konrad (Leiterin Offenen Ganztagsgrundschulen der Caritas in Lünen), Jörg Klärner(Geschäftsführer Caritas Lünen),
Christian Germing (Abteilungsleiter Behindertenhilfe
der Caritas Coesfeld (leicht verdeckt)), Johannes Kubiak (Leiter der Caritas-Werkstätten Nordkirchen). Thomas Appelt (Geschäftsführer des Kreiscaritasverbandes Coesfeld,
ganz links) erläutert das Prinzip der Experimentierboxen.

Nordkirchen/ Lünen/ Münster (cpm). Die aus einer Bodenhülse für Sonnenschirme konstruierte Schallkanone, mit der sich ein Teelicht auspusten lässt, faszinierte am Donnerstagmorgen schon die Caritas-Geschäftsführer aus Coesfeld und Lünen. Umso sicherer ist sich Margret Banken-Konrad, dass ihre Kinder in den drei Offenen Ganztagsgrundschulen in Lünen dieses physikalische Experiment spannend finden werden. Die Leiterin der OGATA nahm vier Plastikboxen randvoll mit Experimentiermaterialien entgegen. Möglich wurde dies durch eine Förderung von 2.000 Euro durch die Aktion Lichtblicke im Rahmen des Projekts "Chancen nutzen: Persönlichkeit fördern" der Caritas GemeinschaftsStiftung im Bistum Münster. Stiftungs-Geschäftsführerin Sabine Kott freute sich, dass gleichzeitig die behinderten Beschäftigen in den Caritas-Werkstätten Nordkirchen und Lünen profitieren. Hier sind die speziellen Geräte entwickelt worden und werden sie für den ganzen deutschsprachigen Raum gebaut und zusammengestellt

Wobei die vier Boxen auch viele Standarddinge enthalten wie Luftballons oder eben auch Teelichter, die leicht nachgekauft werden können. Da mit dem Inhalt jeweils unterschiedliche physikalische Themenfelder angesprochen werden, sollen sie zwischen den Schulen wandern und so dauerhaft immer neue Kinder spielerisch mit den Naturwissenschaften bekannt machen. "Hier können sie selber forschen und weiter denken," sieht Banken-Konrad den Vorteil des Experimentierens. Die Mitarbeiter der OGATA und Lehrer werden jetzt dafür geschult, damit die Boxen im Frühjahr eingesetzt werden können.

Gerade auch der doppelte Nutzen und die lange Nutzungsmöglichkeit haben die Caritas GemeinschaftsStiftung bewogen, dieses Projekt zu bewilligen. 40 behinderte Mitarbeiter in Nordkirchen und Lünen sind in die Produktion der Boxen im Auftrag des Spectra Verlages eingebunden. Thomas Appelt, Geschäftsführer der Caritas Coesfeld, die Träger der Behindertenwerkstätten ist, erläuterte, dass weitere Partner beteiligt sind. Der Fachbereich Pädagogik der Universität Münster hat die Materialien zusammen mit dem Max-Planck-Institut entwickelt. Einige Teile werden eingekauft, andere wie die Schallkanone haben die Behindertenwerkstätten ausgetüftelt und werden in verschiedenen Abteilungen selbst gefertigt. Für die Zweigwerkstatt InduPart in Lünen ist der Spectra-Verlag damit der größte Auftraggeber.